Baby-Elefant

Was können wir von Baby-Elefanten lernen?

“Oft sind Lügen unsere Wahrheit.”

Vor einiger Zeit habe ich einer Freundin ein Bild beschrieben. “Stell dir vor du bist so ein Keimling von einer Eiche. Also die Eichel hat sich geöffnet und da sind jetzt die zwei Blättchen draußen. Und egal wer komm und drauftritt oder an dir knabbert, du bist tot und weg. Natürlich willst du eine Mauer um dich bauen, die dich beschützt.

Und selbst wenn die Mauer nur zwei Backsteine hoch ist, ist sie super, weil du dich dahinter verstecken kannst.

Wenn du dann aber eines Tages eine Eiche bist, dich aber immer noch als Keimling siehst und dich versuchst hinter zwei Backsteinen zu verstecken, dann ist das nur noch albern.”

Vor paar Tagen habe ich auf TikTok die Geschichte mit den Baby-Elefanten wieder gehört, die einen ähnlichen Kern hat. Es geht eben um unser Weltbild.

Also was siehst du hier auf dem Bild? Was ist da drauf? Ich gebe zu, die Auflösung ist nicht gut, aber vielleicht hast du eine Idee.

Aber kommen wir erst zu der Geschichte und warum Menschen wie Elefanten sind.

Wenn die Elefanten als Babys in Gefangenschaft kommen und an eine Kette gelegt werden, dann lernen sie, dass sie zu schwach sind. Sie können die Kette nicht durchreißen. Sie sind gefangen.

Das ist ihre Realität.

Wenn sie dann groß sind und die Kette mühelos zerreißen könnten, dann tun sie es nicht. Sie leben in dem “Wissen”, dass es nicht geht. Dass sie zu schwach sind und die Kette bestimmt, was möglich ist. Sie sehen die Kette immer noch so, wie sie sie als Baby erlebt haben. Die Perspektive wurde eingefroren.

Das ist bei uns Menschen genauso. Diese “Ketten” sind Teil unseres Weltbildes und unserer Glaubenssätze. Wir haben als Kinder etwas über die Welt gelernt und unser Gehirn ist da recht einfach gestrickt. So zwischen 10 und 12 geht es hin und sagt: “Wir wissen jetzt nicht alles über die Welt, aber genug. Wir haben bis jetzt überlebt, also das, was wir kennen und wissen funktioniert. Es hält uns am Leben. Also wiederholen wir es für den Rest unseres Lebens.”

Denn die Aufgabe unseres Gehirns (also vor allem der Gecko und von Teilen des Limbis) ist es, uns am Leben zu halten. Wenn es das schafft, ist der Job getan. Ob wir im Paradies oder Folterkeller leben, ist nebensächlich.

Es hält uns am bekannten Platz. Das ist alles. Das ist der Kern von Trauma. Wir speichern etwas als “das ist safe, weil wir überlebt haben” ab, obwohl wir es (bewusst) nicht wiederholen wollen. Deswegen entsteht auch kein Trauma, wenn wir etwas Schlimmes erleben und es mit Menschen verarbeiten können. Denn dann lernen auch die tiefen Schichten des Gehirns “oh, das war jetzt eine unerwünschte Abweichung; die wollen wir nicht wiederholen”.

Ohne diese Aufarbeitung wird es dann zu einer Kette, die uns den Rest des Lebens an der Stelle hält. Eine Lüge, die wir über uns und die Welt glauben.

Aber unser Gehirn hat eine hohe Plastizität. Immer. Egal in welchem Alter, wir können das Weltbild und die Glaubenssätze umbauen. Denn die sind nichts anderes, als neuronale Strukturen. Wie Wege und Straßen im Gehirn. Und wir können die nicht abbauen, aber wir können neue bauen.

Und der Trick ist: Je öfter wir einen Weg benutzen, desto breiter wird er (und desto eher verschwinden alte Wege). Das ist der Hintergrund von vielen Methoden, die versuchen alte Gedankenmuster zu stoppen oder zu unterbrechen. Das unterstützt uns beim Umbau. Alte Autobahnen überwuchern lassen und aus einem neuen Feldweg eine Autobahn machen.

Wie machen wir den Umbau? Nie alleine! Denn das witzige ist, dass andere Menschen uns schon lange als Eiche oder ausgewachsenen Elefanten sehen und es völlig absurd finden, was wir über uns glauben. Denn sie teilen ja nicht unsere alte Perspektive oder unser Weltbild. Sie sehen die Dinge neu, wie sie jetzt sind.

Kein Maß an Selbstreflektion kann unser Weltbild korrigieren. Wir brauchen andere Menschen, die liebevoll von außen auf uns schauen. Und dann die aktuelle Realität teilen. Erst dann kann sich unser Weltbild richten. Wie wir uns und die Welt sehen.

Erst dann können wir unsere “Unschärfe” in der Wahrnehmung korrigieren. Und dann sehen wir klarer. (Das ist jetzt übrigens das Bild von oben in voller Auflösung.)

Wachsen wir im Schmerz auf, dann haben wir ein sehr einfaches Weltbild. Eine sehr kleine Auflösung. Das wäre wie ein Phone oder Monitor mit 12×8 Punkten. Sowie das pixelige Bild oben. Wir sehen gerade genug, um zu überleben. Und ob es uns gut tut oder nicht, spielt keine Rolle, weil wir viel zu sehr mit uns beschäftigt sind. Andere Menschen ordnen wir in bekannte Kategorien ein. Etwa 3 Stufen der Giftigkeit, weil eh alles Schmerz ist.

Dieses Weltbild ist einfach, aber nicht hilfreich und sehr unscharf.

Also, ihr Lieben, baut mindestens auf HD, wenn nicht sogar auf 4k um. Und das geht in der Verbundenheit. Mit anderen zusammen. Raus aus dem Bewerten und Verurteilen, hin zum echten Sehen und Verstehen.

“Du wirst nie jemand anders besser sehen, als du dich selbst siehst.

Und du kannst nie einen anderen Menschen mehr lieben, als du dich selbst liebst.”

Damit ist jetzt Liebe und nicht Lust oder Begehren gemeint. Also in kleinen Schritten in eine klarere Welt.

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